Buchinger Fasten mit Laura Junge

Laura Junge ist medizinische Ernährungsberaterin und ärztlich geprüfte Fastenleiterin mit klinischer Erfahrung, sie gibt im Fastenratgeber von Keimling Naturkost Einblicke in die Wirkungen des Heilfastens nach Buchinger.

Laura Junge ist medizinische Ernährungsberaterin und ärztlich geprüfte Fastenleiterin mit klinischer Erfahrung, sie gibt im Fastenratgeber von Keimling Naturkost Einblicke in die Wirkungen des Heilfastens nach Buchinger. Laura Junge hat durch eine Kombination aus Ernährungsumstellung und Fasten ihre schweren Hautkrankheiten besiegt. Sie ist einigen Lesern sicher durch ihre Auftritte "Lustesser" und "Club der leeren Teller" in den sozialen Medien bereits bekannt. Der Kontakt zu einer Ernährungsberaterin hat nach unzähligen erfolglosen Arztbesuchen zu einer Heilung geführt, die Ärzte haben keinen Zusammenhang zwischen der Ernährung und ihren Krankheiten gesehen. Die vollständige Heilung hat sich nach etwa einem Jahr konsequenter Umstellung eingestellt. Die persönliche Heilgeschichte hat sie begeistert, motiviert und dankbar gemacht und dazu geführt sich intensiver mit gesunder Ernährung und dem Heilfasten zu beschäftigen und sogar beruflich in diesen Bereich zu starten.

Momentan schreibt Laura Junge an einem Ratgeber zum Thema Heilfasten, welches die neusten Erkenntnisse umfasst und sich auch und vor allem an Einsteiger richtet. Das Buch wird voraussichtlich im Herbst 2022 erscheinen und enthält natürlich neben dem Fasten auch das Thema Ernährung, denn die beiden Dinge gehen Hand in Hand.

Warum ist das Buchinger Fasten eine so effektive Methode?

Die Fastenmethode sollte zur eigenen Person und den Zielen passen die man erreichen möchte, dazu zählt auch die Länge des Fastens, denn je länger die Fastenzeit, desto stärker sind die biochemischen Veränderungen. Das Buchinger Heilfasten ist dank seiner festen Struktur leicht umzusetzen. Der Kernpunkt des Fastens ist die sog. Autophagie und kann vereinfacht gesprochen als der "Selbstheiler in uns" übersetzt werden. Es handelt sich dabei um einen körpereigenen biochemischen Recycling-Prozess auf Zellebene, der für die Förderung der Zellgesundheit verantwortlich ist. Die stattfindenden Veränderungen können als "Anti-Aging"-Effekt angesehen werden. Beim Vorgang der Autophagie werden nicht mehr funktionale Proteine, Bakterien oder Viren von einer Hülle umschlossen und in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt, diese Bestandteile kann unser Körper wieder als Bausubstanz nutzen. Diese Reparaturprozesse starten beim Verzicht auf das Essen. Immer mehr Studien bestätigen dem Heilfasten auch positive Effekte bei unserem Stimmungszustand und positiven Einfluss auf unser Mikrobiom, also auf unsere Darmgesundheit.

Der positive Effekt der Autophagie wird bereits beim Intervallfasten, also z.B. bei der 16/8-Methode genutzt, ist aber natürlich intensiver, wenn der Fastenzeitraum länger ist. Beim Buchinger Fasten werden 7-28 Tage angesetzt als Zeitdauer. Natürlich kommt es bei der Dauer darauf an, ob man gesund und nur vorbeugend fasten möchte, oder Krankheiten hat und natürlich auch was man für Ziele hat. Kranke Menschen sollten die Fastenkur in einer medizinisch betreuten Klinik vorziehen, vor allem bei einer längeren Fastendauer. Gesunde Menschen können das präventive Heilfasten natürlich auch zu Hause praktizieren. Zu berücksichtigen ist natürlich neben dem Gesundheitszustand auch die Konstitution des Fastenden, so sollte eine sowieso bereits sehr schlanke Person die Fastendauer entsprechend anpassen als auch die Methodik anpassen, d.h. für solche Teilnehmer dann z.B. etwas mehr Saft zu konsumieren. Berücksichtigen sollte man auch, ob der Teilnehmer ein Anfänger ist oder bereits Fastenerfahrungen gesammelt hat. Wer erst startet und sich unsicher ist, sollte ein betreutes Fasten bevorzugen. Für Einsteiger sind 5 Tage ein sehr guter Startpunkt, weil es natürlich auch einfacher ist als sich gleich zu überfordern und dafür dann mehr Energie auf den Aufbau nach dem Fasten legen zu können.

Wie sieht der typische Ablauf beim Buchinger Fasten aus?

Bei einer Fastendauer von 7 Tagen verläuft nur der erste Fastentag etwas anders als die restlichen Tage. Die Besonderheit am ersten Tag ist das klassische Abführen mit Glaubersalz, was physiologisch den Start ins Fasten einleitet. Die Darmentleerung ist so wichtig, weil man leichter in den Zustand des Fastens gelangt und Fasten-Nebenwirkungen, wie z.B. Kopfschmerzen oder Hunger, minimiert werden. Neben dem Abführen gibt es beim Fasten bestimmte Rituale, die sehr wichtig sind, diese Rituale dienen dazu unsere ausscheidenden Organe beim Ausscheiden zu unterstützen. Vom Essen her wird beim Buchinger Fasten ausschließlich flüssige Nahrung zu sich genommen, dazu zählen 250 ml frisch gepresster Saft und 250 ml Gemüsebrühe, dazu 2-3 Liter stilles Wasser oder ungesüßte Kräutertees. Die erhöhte Flüssigkeitszufuhr ist wichtig um die Ausscheidungsorgane wie die Niere zu unterstützen. Zur Unterstützung der Lunge ist Spazierengehen an der frischen Luft wichtig. Die Bewegung ist auch wichtig für Personen, die an einem schwachen Kreislauf oder zu niedrigem Blutdruck leiden. Der Darm kann während des Fastens durch regelmäßige Einläufe unterstützt werden. Für die Unterstützung der Haut haben sich Basenbäder oder Saunagänge bewehrt. Für die Leber werden Leberwickeln eingesetzt, die die Durchblutung dieser fördern. Auch Wechselduschen (abwechselnde Güsse aus kaltem und warmem Wasser) oder Trockenbürsten gehören zu den klassischen unterstützenden Fastenritualen. Für einen kleinen Energiekick beim Buchinger Fasten wird 1 Teelöffel Honig in den Tee eingerührt um eventuelle Nebenwirkungen zu mildern. Neben den genannten Ritualen sollte man die Zeit nutzen für die Entspannung und für das Loslassen. Der klare Geist beim Fasten bringt viele Teilnehmer auch zu Lebensfragen, wo möchte ich hin im Leben, was sind meine Ziele, also interessante mentale Prozesse. Bei einer Kur in einer Klinik oder einem Hotel, wo ich nicht alles selber organisieren muss, habe ich für diese Entspannung und die mentalen Dinge natürlich mehr Freiraum.

Wer sollte kein Buchinger Fasten machen oder nur unter ärztlicher Aufsicht?

Die offiziellen Empfehlungen der Deutschen Ärzte-Gesellschaft für Heilfasten und Ernährung sind, dass in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht gefastet werden darf, nach schweren Erkrankungen, bei schwerem Übergewicht (Adipositas), bei Essstörungen wie Magersucht, bei fortgeschrittenen Krebsleiden, bei Mangel- oder Fehlernährung, ebenso Menschen mit Leber- und Nierenkrankheiten, bei schweren Nerven- und Geisteskrankheiten und natürlich sind auch Kinder vom Fasten ausgenommen.

Wie sollte man sich im Anschluss nach dem Fasten bzw. generell ernähren?

Das Heilfasten ist für die meisten Menschen ein starker Impuls in eine Lebensstilveränderung. Daher gehören nach dem Fasten die sog. Aufbautage zur Methodik des Buchinger Heilfastens. Als Empfehlung kann man sagen, dass die Ernährung überwiegend pflanzlichen Ursprungs sein sollte, so kann man z.B. versuchen 30 verschiedene Obst- und Gemüsesorten in einer Woche auf den Speiseplan zu bringen. Wenn man langfristig seine Ernährung umstellen möchte, empfiehlt es sich dies langsam und behutsam anzugehen, weil man vielleicht noch gar nicht genügend Auswahl hat oder kennengelernt hat aus dem Portfolio der gesunden und lebendigen und pflanzlichen Lebensmittel. Auch wenn die Ernährung natürlich so gesund wie möglich sein sollte, darf die Leidenschaft zur Ernährung nicht auf der Strecke bleiben, uns so dürfen bewusst auch Mal Ausnahmen gemacht werden, damit der Druck nicht zu hoch wird und man demotiviert das Handtuch wirft. Unser Körper wird auf die gesunden Lebensmittel positiv reagieren und wir werden intuitiv danach verlangen, aber das geht natürlich nicht von heute auf morgen, weil man natürlich in alte Gewohnheiten verfallen kann.

Was darf bei der täglichen Ernährung von Laura Junge nicht fehlen?

Rohkost ist da sehr wichtig, deswegen sollte jede Mahlzeit etwas Frisches, Lebendiges enthalten, ob das frische Gurke oder Paprika ist, ein paar Sprossen als Topping oder ein schöner Blattsalat. Wichtig ist es außerdem genügend Flüssigkeit zu trinken.

Tipp von Laura Junge:

"Schaut über den leeren Tellerrand und gewinnt durch den Verzicht, jeder in seinem persönlichen Tempo"

Mehr Infos zu Laura Junge

Lustesser - Blog zum Thema Fasten und pflanzlicher Ernährung

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